Trau dir.
Rebekka Schulte
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»Mit einer bewundernswerten Ökonomie lernen wir, nur so viel zu sehen, wie für unsere
Zwecke nötig ist« – Roger Fry (Kunstkritiker)
Was wir als Kunst erkennen, ist oft an bestimmte Erwartungen gebunden: Werke im Rahmen, auf Sockeln, ausgestellt in weißen Räumen. Wir vergleichen, ordnen ein, suchen Parallelen zum Bekannten – in der Hoffnung, daraus Bedeutung für die Gegenwart abzuleiten. Doch sobald ein Werk diese Ordnung stört, wird es schnell zur Projektionsfläche für Zweifel.
Dann heißt es: „Faszinierend – aber ist das wirklich Kunst?“
Wir hinterfragen weitaus öfter, ob etwas Kunst ist, als dass wir eindeutig benennen, dass es sich um Kunst handelt. Doch woran liegt das? Fehlt uns der Mut zur Deutung oder ist unser Zögern das Resultat einer eingeübten Sichtweise, die sich lieber in sicheren Kategorien bewegt?
Die Werke der in Soest lebenden Künstlerin Rebekka Schulte (*1976) sind offensiv, abstrakt, bisweilen unübersichtlich und formulieren keine klaren Antworten. Ihre klein- bis großformatigen Werke präsentieren konkrete zeichnerische Eingriffe, geschriebene Worte sowie Farbverläufe, die sich nicht immer harmonisch fügen. Die Zeichnungen hängen mitten im Raum, wellen sich an den Ausstellungswänden, geraten – von einem Windzug erfasst – leicht in Bewegung und legen offen, dass sie unregelmäßige Kanten haben. Schultes Arbeiten machen alles, um nicht dem verträglichen Bild von Kunst zu entsprechen.
Gerade diese Unangepasstheit eröffnet neue Perspektiven. Schultes Arbeiten zeugen von einer offenen, unvoreingenommenen Haltung gegenüber der Welt. Mit wenigen Strichen, schnellen Gesten und bewussten Brüchen richtet sie den Blick auf das, was oft übersehen wird. Ihre Zeichnungen sind keine Abbilder der Realität, sondern Versuche, sich gängigen Deutungen zu entziehen und etwas sichtbar zu machen, das außerhalb gewohnter Normen liegt.
RASSELMANIA präsentiert eine Künstlerin, deren Werk kein geschöntes, perfektes oder idealisiertes Bild der Welt entwirft. Rebekka Schulte traut sich, mit ihrer Kunst einen nonkonformistischen Weg einzuschlagen. Ihre Zeichnungen irritieren, widersprechen, machen neugierig. Sie erschaffen einen Moment des Innenhaltens, in dem neue Bedeutungen aufscheinen. Schultes Kunst fordert dazu auf, hinzuschauen und über das Bekannte hinauszudenken.
Vernissage
Do. 04.09.2025, 19 Uhr
Einlass ab 18 Uhr
Einführung
Dr. Alexander Leinemann
Musik
Michael Seubert | Gitarre
Vino
cooks & wines
Die Künstlerin ist anwesend.
Der Eintritt ist frei.
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Zeitraum der Ausstellung
04.09. – 28.09.2025
Öffnungszeiten
Samstag & Sonntag, 14 – 19 Uhr
Individuelle Termine auf Anfrage
Rebekka Schulte geboren 1976
Lebt und arbeitet in Soest
Schulte studierte Kunst mit dem Schwerpunkt Freie Zeichnung bei Prof. Jochen Geilen in Bielefeld und an der Hogeschool voor de Kunsten in Utrecht (NL).
Seit 2000 ist sie regelmäßig in Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen.
Eine Auswahl der Einzelausstellungen:
Die Linie, weil sie meine ist MARTa Kapelle, MARTa Herford
ein queen artists unlimited, Bielefeld
blankziehen Kunstverein Lippstadt
krack Galerie Odette, Liége/Lüttich (B)
GOING WENT GONE Galerie LA RATURE, Lüttich (B)
Material Semantics Atelierhaus Aachen e.V., DEPOT, Aachen
Handgepäck – Handgepäck Studio Palmoticeva 64 r8m, Zagreb/Kroatien
jetzt aber bitte nicht so Galerie Haus zum Stein, Mainz
das sind ja Zustände Galerie r8m, Köln
2019-20 verbrachte sie einen Atelieraufenthalt in Lüttich/Liège (B)
Sie nahm an der Braderie de L’Art, Liege und 2021 an der artPul in Eupen teil und war Mitglied der Kunstlerinnengruppe push ab!

